Hitlerstatue im Warschauer Ghetto

Erneut hat ein Künstler, der italienische Performance-Künstler Maurizio Cattelan, in Polen für große Empörung gesorgt. Der Stein des Anstoßes ist die Statue eines betenden Adolf Hitler, aufgestellt ausgerechnet im ehemaligen Warschauer Ghetto. Damit soll angeregt werden, über die „Natur des Bösen“ nachzudenken. Jüdische Organisationen kritisierten das Werk als „sinnlose Provokation, die das Andenken an die jüdischen Opfer der Nazis beleidige“. Einigkeit herrscht diesbezüglich allerdings auch innerhalb der jüdischen Gemeinde nicht. So befürwortet der oberste polnische Rabbi, Michael Schudrich, die durch das Kunstwerk ausgelöste Debatte zur menschlichen Moral. Durch ihre geringe Größe wirkt die Statue eher wie die eines kleinen Schuljungen, statt wie das Abbild des größten Diktators des letzten Jahrhunderts. Es zeigt, dass sich „das Böse“ auch hinter der Maske eines „niedlichen betenden Kindes“ befinden kann, so Rabbi Schudrich. Im Warschauer Ghetto wurden ab Herbst 1940 alle in der Umgebung lebenden Juden von der damaligen deutschen Besatzungsmacht eingesperrt. Bis zu einer halben Million Juden lebten dort unter unmenschlichen Bedingungen, bis sie ab Sommer 1942 in Vernichtungslager transportiert, oder gleich vor Ort ermordet wurden.

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