Erneute Anklage wegen Verletzung religiöser Gefühle

Dem Sänger der polnischen Band „Behemoth“, Adam Darski, droht jetzt eine Gefängnisstrafe wegen „Verletzung religiöser Gefühle“. Zwar wurde der Musiker in Danzig von diesem Vorwurf frei gesprochen, doch das Oberste Landesgericht hat diese Urteil jetzt gekippt. Adam Darski hatte im Rahmen eines Konzerts die Katholische Kirche als mörderische Sekte bezeichnet und eine Bibel zerrissen. Deswegen wurde er angezeigt. Das Danziger Gericht hatte seinen Freispruch damit begründet, dass das Konzert nur von Fans der Band gesehen wurde und diese sich nicht in ihren „religiösen Gefühlen“ verletzt sahen. Das Oberste Gericht hielt jetzt dagegen, dass religiöse Gefühle auch in Abwesenheit verletzt werden könnten. Kommt es doch noch zu einer Verurteilung, muss der Künstler mit einer Haftstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen. Jetzt wandte sich die EU-Kommission an die polnische Regierung. Zwar unterliegt das Verhältnis von Staat und Kirche dem nationalen und nicht dem EU-Recht, doch die EU kritisierte, dass eine Verurteilung des Künstlers nicht dem EU-Menschenrecht entspräche. Auch Polen müsse als EU-Staat die europäischen Menschenrechtskonventionen achten und dazu gehört auch das Recht auf freie Meinungsäußerung.

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