Polnische Zentralbank plant Zinserhöhung

Marek Belka, Zentralbankchef Polens, kündigte am 5. Januar eine Erhöhung der polnischen Leitzinsen um dreieinhalb Prozent an. Dies soll bereits in knapp zwei Wochen auf der nächsten Notenbanksitzung geschehen. Belka erhofft sich dadurch eine Stärkung der polnischen Währung und eine Senkung des Inflationsdrucks. Dadurch erhöht sich auch der Druck auf die Europäische Zentralbank, doch Marek Belka ist sicher, dass die Märkte nach der Wirtschafts- und Finanzkrise auf einen Zinserhöhungszyklus vorbereitet werden müssten. Belka: ” Eine kräftige Zinserhöhung könnte als einmaliger Schritt interpretiert werden. Aber es geht darum, die Märkte davon zu überzeugen, dass es sich um einen Zyklus handelt.” Auch Osteuropa-Experte Juraj Kotian geht davon aus, dass sich Europa auf dem Weg der Normalisierung befindet. Allerdings muss die polnische Regierung noch schnell die Kapitalmärkte anzapfen, da die Spekulationen um eine Zinserhöhung des Euro schon jetzt die Kreditkosten erhöhen. Das aber kann sich Polen nicht leisten, da sie ihre Staatsverschuldung unter 55 Prozent halten will – sonst ist die Regierung gezwungen, mitten im Wahljahr, harte Sparmaßnahmen zu ergreifen.

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