EM als Wirtschaftsfaktor überschätzt

Obwohl die Fußball-EM von den Regierungen Polens und der Ukraine als erfolgreiches gesellschaftliches Ereignis angesehen wurde, hält sich doch der erhoffte wirtschaftliche Nutzen in Grenzen. Zwar stiegen die Einnahmen durch den Tourismus in dieser Zeit an, allerdings hat auch allein Polen rund 25 Milliarden Euro für EM-Vorbereitungen investiert. Dagegen stehen Mehreinnahmen von rund 400 Millionen Euro, was circa ein Prozent des polnischen BIP von 2011 ausmacht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat errechnet, dass der Effekt für das Wirtschaftswachstum während der Fußball-WM vor sechs Jahren in Deutschland gerade mal bei 0,02 Prozent des Bruttoinlandsprodukts lag. Damit wurde, damals wie heute, der wirtschaftliche Nutzen dieser Meisterschaften für die Gastgeberländer weit überschätzt. Liegen Feiertage wie Weihnachten, Neujahr oder Ostern auf einem Wochenende, so dass weniger Arbeitsfreie Tage anfallen, kurbelt dies die Konjunktur wesentlich stärker an. Langfristig profitieren die Gastgeberländer eher indirekt; zum Beispiel durch den Ausbau der Infrastruktur, oder aufgrund der gestiegenen Bekanntheit des Landes.

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