Aus Anlass der für den 1. Mai geplanten Seligsprechung des verstorbenen polnischen Papst Johannes Paul II., plant eine Gruppe polnischer Katholiken, eine etwas ungewöhnliche Reliquie auszustellen. Diese soll in einer Ampulle das Blut des ehemaligen Papstes beinhalten. Ein Sprecher der geplanten Gedenkstätte „Johannes Paul-Zentrum“ gab in einem Interview bekannt, dass diese Ampulle in den Altar einer Kirche im Süden von Krakau eingebaut werden soll. Die Idee dazu lieferte der Krakauer Erzbischof Kardinal Stanislaw Dziwisz, der viele Jahre ein Freund des Verstorbenen war. Allerdings sind diese Pläne auch in Kirchenkreisen nicht unumstritten. So bezeichnete der Jesuit Krzystof Madel die Aktion als „mittelalterlich“ und „magischen Katholizismus“. Papst Johannes Paul II., der mit bürgerlichem Namen in Polen als Karol Wojtyla bekannt ist, war Erzbischof in Krakau, bevor er 1978 zum Papst gewählt wurde.
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Besucherrekord für Auschwitz-Gedenkstätte
Einen einmaligen Besucherrekord hat die Auschwitz-Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz Birkenau zu verzeichnen. 1,38 Millionen Menschen besichtigten im vergangenen Jahr das ehemalige Konzentrationslager, wie die Museumsleitung mitteilte. Darunter waren 500.000 Polen, 68.000 Deutsche, 59.000 Israeli und über 600.000 Menschen aus allen Ländern weltweit. Auschwitz war während des zweiten Weltkrieges von Nationalsozialisten im damals besetzten Polen erbaut wurden. Hier starben circa 1,1 Millionen Menschen. Interniert wurden vor allem Juden, aber auch Zigeuner, Kommunisten und jeder, der sich gegen die Nazis stellte. Bereits am 2. Juli 1947, eineinhalb Jahre nach der Befreiung Polens vom Faschismus, wurde Auschwitz durch einen Gesetzesbeschluss des polnischen Parlaments zu Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau erklärt. Rund dreißig Millionen Besucher haben die Gedenkstätte seitdem besichtigt.
Flugzeugabsturz gefährdet russisch-polnische Beziehung
Der Abschlussbericht der Internationalen Luftfahrtbehörde Moskaus wird von vielen Menschen in Polen als Erniedrigung empfunden. Der Bericht kommt zu dem Schluss, das der Absturz der polnischen Präsidentenmaschine im April über Smolensk auf menschliches Versagen der Piloten und der Passagiere zurückzuführen ist. Jaroslaw Kaczynski, der Zwillingsbruder des verstorbenen Präsidenten heizt die Debatte weiter an. Er betrachtet den Bericht als eine „Verhöhnung Polens“ und Vertuschung eines politischen Anschlags als Ursache des Unglücks. Die sachlichen Argumente des Premier Donald Tusk haben kaum eine Chance gegen die Anhänger der rechtsnationalen Oppositionspartei, die im Hinblick auf die im Herbst bevorstehenden Parlamentswahlen versuchen, so viel wie möglich Stimmung gegen Tusk zu machen. So werfen sie ihm „Landesverrat“ und „gemeinsame Sache mit den Russen“ vor. Angesichts der seit Jahrzehnten gespannten Stimmung zwischen beiden Ländern fallen diese haltlosen Beschuldigungen bei vielen Polen auf fruchtbaren Boden. So ist nun auch Donald Tusk gezwungen seine Muskeln spielen zu lassen. Er fordert die russischen Behörden zu einer Korrektur des Berichtes auf. Tusk: „Wir lassen nicht zu, dass der Bericht einseitig ausfällt. Polens Ziel ist kein Kompromiss, sondern die maximale Aufdeckung der Wahrheit.“ Doch die Aufnahmen der Black-Box beweisen, dass die Wahrheit bereits im Abschlussbericht steht. Auch polnische Ermittler sind zu keinem anderen Ergebnis gekommen. Was also tatsächlich gefordert wird, ist die Beschönigung menschlicher Fehler, vor denen Keiner gefeit ist.
Johannes Paul II wird selig gesprochen
Wesentlich mehr, als die von Jaroslaw Kaczynski hoch gepuschte Diskussion um die Ursachen des Flugzeugabsturzes im April, bei dem etliche Regierungsmitglieder, darunter der damalige polnische Präsident ums Leben kamen, beschäftigt die Menschen in Polen derzeit eine andere aktuelle Nachricht. Nach inoffiziellen Angaben, könnte noch in diesem Frühjahr der verstorbene, aus Polen stammende Papst Johannes Paul II. selig gesprochen werden. Kardinäle und Bischöfe der Heiligsprechungskongregation haben ein Heilungswunder, dass aufgrund der Fürbitte des ehemaligen Papstes zustande kam, als ausreichend für eine Seeligsprechung angesehen. Eine offizielle Bestätigung des Vatikan liegt bisher noch nicht vor, aber die seit Wochen kursierenden Gerüchte darüber wurden auch nicht dementiert. Karol Józef Wojtyła war nach seiner Wahl mehr als 26 Jahre lang das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom, worauf die polnischen Katholiken noch heute sehr stolz sind.
Unregelmäßigkeiten bei den Kommunalwahlen
Die Untersuchungen zu den Betrugsversuchen bei den Kommunalwahlen im November, haben sich für etliche Wahlbezirke bestätigt. In zwei polnischen Wahlkreisen wurden die Wahlergebnisse der Stadtratswahlen bereits annuliert und die Mandate der gewählten Politiker für ungültig erklärt. Das in beiden Kommunen eine neue Wahl stattfinden muss, ordnetet jetzt das Bezirksgericht von Zielona Gora an. Die Untersuchung war in Gang gesetzt worden, weil mehrere Kandidaten Unregelmäßigkeiten gemeldet hatten. So wurden beispielsweise Einwohner des Wahlkreises II auf den Listen des Wahlkreises III geführt. Ob hier versuchter Betrug oder einfach Schlampigkeit vorliegt, ist im Nachhinein kaum zu sagen. Ganz anders in Lubiszyn und Zary, wo Wählern Wodka dafür geboten worden war, dass sie bestimmte Kandidaten wählen. Per Handyfoto sollten sie beweisen, dass sie ihr Kreuz an der Stelle des gewünschten Kandidaten gemacht haben.